Dörrmoschel:
Der Ort Dörrmoschel wurde erstmals im Jahr 1212 im Urkundenbuch des Klosters Otterberg erwähnt. Ursprünglich bestand der Ort aus einzelnen Höfen, dem Unter-, Mittel- und Oberhof. Letzterer ist noch erhalten – das Gebäude steht am Ortsausgang Richtung Rockenhausen, Ortsstr. 1. Über der Tür befindet sich das stark verwitterte und in diesem Zustand konservierte Familienwappen derer von Hunoltstein. Die drei Höfe befanden sich im Besitz unterschiedlicher Adelsgeschlechter und wurden Teils von diesen bewirtschaftet oder verpachtet. Aus dieser Zeit besteht sonst nur noch das Kirchengebäude, das im Jahr 1712 eingeweiht wurde. Stifterin ist Pfalzgräfin Charlotte Friederike von Pfalz-Zweibrücken, die diese reformierte Dorfkirche mit Hilfe von Spenden aus Schweizer Kantonen im überwiegend lutherisch geprägten Ort errichten ließ. Charlotte Friederike besaß den sog. Unterhof als Witwensitz und verbrachte dort ihre letzten Lebensjahre.
In einem Brief an ihren Vetter Pfalzgraf Gustav Samuel beklagt sie sich bitter über verächtliche Beleidigungen seitens der hochwohlgeborenen Verwandtschaft. Ihre Base Prinzessin Dorothea habe sich etwas eingebildet und behauptet, sie sei keine Fürstin, „weill ich innem Baurhauß“ wohne. (Brief vom 14.Juli 1707) Im selben Brief erfahren wir, dass Charlotte Friederike in ihrem Dörrmoscheler Hofgut Kurgäste aufnahm und dort behandeln ließ. Im Kirchenbuch der Pfarrei sind einige Todesfälle unter den Erholungsuchenden verzeichnet. Charlotte Friederike starb am 27.10.1712 in Dörrmoschel und liegt in der Schlosskirche zu Meisenheim begraben.
Heute ist Dörrmoschel Sitz der Pfarrei, obwohl nur ein Ort mit etwa 150 Einwohnern. Die Landwirtschaft prägt das Ortsbild, wenngleich es nur noch wenige aktive Landwirte gibt. Zu den kirchlichen Gebäuden gehört neben der Kirche noch das Pfarrhaus und ein kleines Jugendhaus, in dem Krabbelgruppe, Jugendgruppe und ein Gesprächskreis stattfinden.


Druckbare Version
Geschichte / Spreiterhof / Felsbergerhof

ImpressumKontakt